Wohin mit der nassen Wäsche, wenn es draußen stürmt, regnet oder schneit? Ganz gleich, im eigenen Haus oder in der Mietwohnung – oft ist der Platz begrenzt, die Kleidung trocknet im Schneckentempo und im Hinterkopf kreist ständig die Sorge vor Feuchtigkeit und Schimmel. Dabei muss das gar nicht sein. Mit ein paar einfachen Kniffen trocknen Sie Ihre Kleidung zügig und materialschonend, ohne dass Ihre Gesundheit oder die Bausubstanz leiden.
Eine einzige Waschladung gibt während des Trocknens gut und gerne zwei Liter Wasser an die Raumluft ab. Kann diese Feuchtigkeit nicht entweichen, schlägt sie sich unweigerlich an kalten Wänden und Möbeln nieder. Dort entsteht der ideale Nährboden für Schimmelpilze, die nicht nur unschön aussehen, sondern ein echtes Risiko für Ihre Atemwege darstellen.
Um das zu verhindern, braucht es keine Magie, sondern nur das richtige Raumklima:
Effizientes Wäschetrocknen beginnt, bevor Sie das erste Kleidungsstück aufhängen. Je weniger Wasser in den Textilien verbleibt, desto schneller sind sie trocken. Wählen Sie bei unempfindlichen Stoffen eine hohe Schleuderdrehzahl zwischen 1.400 und 1.600 Umdrehungen pro Minute. Ein kurzer Blick aufs Pflegeetikett lohnt sich jedoch immer, damit feine Stoffe nicht leiden.
Hängt die Wäsche zu eng, staut sich die Nässe. Beachten Sie beim Aufhängen am Wäscheständer diese kleinen, aber wirkungsvollen Details:
Fenster auf Kipp reicht hier leider nicht. Öffnen Sie die Fenster mehrmals täglich für 5 bis 10 Minuten komplett – am besten sorgen Sie für ordentlichen Durchzug durch Querlüften. Drehen Sie in dieser kurzen Zeit die Heizung herunter, um keine Energie nach draußen abzugeben. Danach wärmen Sie den Raum wieder auf die empfohlenen 20 °C auf, damit die Luft die restliche Feuchtigkeit aufnehmen kann.
In komplett fensterlosen Räumen hilft oft nur ein Ventilator, um die Luftzirkulation in Bewegung zu bringen, oder der Einsatz eines professionellen Luftentfeuchters.
Jeder Quadratmeter in der Wohnung zählt? Dann blockieren Sie nicht den ganzen Raum mit einem ausladenden Flügelständer. Turmwäscheständer nutzen die Raumhöhe clever aus und fassen oft zwei bis drei Waschladungen auf minimaler Grundfläche. Auch Badewannentrockner sind kleine Platzwunder, die den ungenutzten Raum über der Wanne perfekt ausfüllen. Rollen am Trockengestell helfen enorm, die Wäsche beim Lüften schnell in den optimalen Luftstrom zu schieben.
Besonders in Mehrfamilienhäusern herrscht oft große Verunsicherung, was rechtlich überhaupt erlaubt ist. Manche Vermieter versuchen, das Aufstellen von Wäscheständern in den Wohnräumen per Klausel im Mietvertrag oder über die Hausordnung rigoros zu verbieten.
Hier können Mieter aufatmen: Nach geltender Rechtsprechung sind solche pauschalen Trocknungsverbote schlichtweg unzulässig. Das Landgericht Frankfurt am Main (Az. 2/13 O 474/89) hat beispielsweise klar geurteilt, dass Mieter das Recht haben, ihre Wäsche in der eigenen Wohnung zu trocknen. Das gilt auch dann, wenn es im Haus einen gemeinschaftlichen Trockenraum oder Wasch-Keller gibt. Niemand darf Sie zwingen, Ihre ganz private Kleidung im Gemeinschaftsbereich aufzuhängen.
Damit dieses Recht bestehen bleibt, unterliegen Sie allerdings der mietrechtlichen Sorgfaltspflicht. Das bedeutet: Sie sind in der Verantwortung, durch das oben beschriebene Heizen und Lüften sicherzustellen, dass keine feuchtigkeitsbedingten Schimmelschäden an der Wohnung entstehen.
Mit dieser kurzen Routine schonen Sie Ihren Geldbeutel, Ihre Lieblingskleidung und sorgen für ein gesundes Raumklima im Zuhause: